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    1. Eloxal-Oberflächen bei Aluminium
    • Ratgeber
    • ALUMINIUM
    Dieses Bild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt – gekennzeichnet nach Art. 50 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689. Es ist ein Platzhalter, bis die Fotos des Unternehmens vorliegen.

    Eloxal-Oberflächen bei Aluminium

    Wie Zugfestigkeit, Streckgrenze und Dehnung die Auswahl Ihrer Aluplatten beeinflussen und Kosten, Sicherheit und Verarbeitung optimieren.

    Wer eloxierte Aluminiumteile bestellt, begegnet schnell Bezeichnungen wie E0, E6, C-0 oder C-33. Dahinter stehen Angaben zur Vorbehandlung und zum gewünschten Farbton der Oberfläche.

    Diese Kürzel sind wichtig, denn beim Eloxieren wird nicht einfach nur eine Farbe auf das Aluminium aufgetragen. Die Beschaffenheit des Grundmaterials, die mechanische oder chemische Vorbehandlung und der anschließende Eloxalprozess bestimmen gemeinsam, wie die fertige Oberfläche aussieht.

    In diesem Beitrag erfahren Sie, was die gebräuchlichen Kurzzeichen bedeuten und worauf Sie bei der Auswahl einer eloxierten Oberfläche achten sollten.

    Was bedeutet Eloxieren?

    Beim Eloxieren – fachlich auch Anodisieren genannt – wird die Oberfläche von Aluminium elektrochemisch in eine Oxidschicht umgewandelt. Anders als bei einer Lackierung oder Pulverbeschichtung wird dabei keine separate Beschichtung auf das Aluminium aufgetragen. Die schützende Schicht entsteht aus dem Aluminium selbst.

    Dadurch bleibt der typische metallische Charakter des Werkstoffs erhalten. Gleichzeitig lässt sich die Oberfläche je nach Verfahren matt, glänzend, strukturiert oder farbig gestalten.

    Eine wichtige Rolle spielt dabei die Vorbehandlung.

    Vorbehandlungen von E0 bis E8

    Die Kurzzeichen E0 bis E8 beschreiben unterschiedliche Arten der Oberflächenvorbehandlung. Sie beeinflussen insbesondere Struktur, Glanz und Gleichmäßigkeit der später sichtbaren Eloxaloberfläche.

    Kurzzeichen Vorbehandlung
    E0 Keine spezielle Vorbehandlung
    E1 Geschliffen
    E2 Gebürstet
    E3 Poliert
    E4 Geschliffen und gebürstet
    E5 Geschliffen und poliert
    E6 Chemisch mattiert bzw. gebeizt
    E7 Chemisch oder elektrochemisch geglänzt
    E8 Poliert und anschließend chemisch oder elektrochemisch geglänzt

    Der VOA führt diese Vorbehandlungen entsprechend DIN 17611 auf. International finden sich die gleichen Kurzzeichen auch in den aktuellen QUALANOD-Spezifikationen.

    E0 – ohne besondere mechanische Vorbehandlung

    Bei E0 erfolgt vor dem Eloxieren keine zusätzliche mechanische Bearbeitung wie Schleifen, Bürsten oder Polieren.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass die Oberfläche völlig unbehandelt in das Eloxalbad gelangt. Die für den Prozess notwendigen Reinigungs- und chemischen Vorbereitungsschritte finden trotzdem statt.

    Optische Merkmale des Ausgangsmaterials können bei E0 vergleichsweise deutlich sichtbar bleiben. Dazu gehören beispielsweise Walzspuren oder andere fertigungsbedingte Oberflächenmerkmale.

    E1 – geschliffen

    Bei E1 wird die Aluminiumoberfläche geschliffen. Dadurch können Unebenheiten und vorhandene Oberflächenspuren reduziert werden.

    Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere, eher matte Oberfläche mit sichtbarer Schleifstruktur.

    E2 – gebürstet

    Bei E2 wird die Oberfläche mechanisch gebürstet.

    Dadurch entsteht eine typische gerichtete Struktur, wie sie bei vielen dekorativen Aluminiumoberflächen gewünscht wird. Je nach Bürstverfahren und Ausgangsmaterial kann die Struktur unterschiedlich deutlich ausfallen.

    E3 – poliert

    E3 bezeichnet eine polierte Oberfläche.

    Durch die mechanische Bearbeitung wird die Oberfläche geglättet und erhält einen deutlich höheren Glanzgrad. Wie stark der spätere Glanz tatsächlich ausgeprägt ist, hängt jedoch auch von Legierung und anschließendem Eloxalprozess ab.

    E4 – geschliffen und gebürstet

    Bei E4 werden zwei mechanische Bearbeitungsschritte kombiniert.

    Zunächst wird die Oberfläche geschliffen, um vorhandene Oberflächenfehler beziehungsweise Bearbeitungsspuren zu reduzieren. Anschließend erhält sie durch Bürsten ihre charakteristische Struktur.

    Das Verfahren eignet sich, wenn eine relativ gleichmäßige Oberfläche mit sichtbar gerichteter Struktur gewünscht wird.

    E5 – geschliffen und poliert

    Bei E5 wird ebenfalls zunächst geschliffen. Anschließend wird die Oberfläche poliert.

    Das Schleifen verbessert die Gleichmäßigkeit des Untergrunds, während das Polieren für eine glattere und glänzendere Erscheinung sorgt.

    E6 – chemisch mattiert

    E6 gehört zu den besonders häufig anzutreffenden Vorbehandlungen.

    Die Oberfläche wird chemisch gebeizt und erhält dadurch ein gleichmäßigeres, mattes bis seidenmattes Erscheinungsbild. Der VOA bezeichnet E6 aktuell als „chemisch mattiert“. In älteren Unterlagen und im praktischen Sprachgebrauch finden sich dafür auch Begriffe wie gebeizt, E6-gebeizt oder Spezialbeize.

    Gerade bei Architekturprofilen und anderen sichtbaren Aluminiumbauteilen ist diese Oberfläche weit verbreitet.

    Wichtig ist dabei: Durch das Beizen können bestimmte Gefüge- oder Materialunterschiede des Aluminiums erst sichtbar werden. Die Wahl einer geeigneten Aluminiumlegierung und eine saubere Verarbeitung vor dem Eloxieren sind deshalb entscheidend.

    E7 – chemisch oder elektrochemisch geglänzt

    Bei E7 wird die Aluminiumoberfläche chemisch oder elektrochemisch geglänzt.

    Ziel ist eine glattere, stärker reflektierende Oberfläche. Das Ergebnis wirkt deutlich glänzender als eine chemisch mattierte E6-Oberfläche.

    E8 – poliert und geglänzt

    E8 kombiniert eine mechanische Politur mit einem anschließenden chemischen oder elektrochemischen Glänzen.

    Damit lassen sich besonders glatte und hochwertige glänzende Oberflächen erzielen.

    Warum die Vorbehandlung für die Optik so wichtig ist

    Die Bezeichnung der Eloxalfarbe allein reicht nicht aus, um das spätere Erscheinungsbild eines Bauteils eindeutig zu beschreiben.

    Ein beispielsweise farblos eloxiertes Aluminiumprofil kann mit einer E0-, E2- oder E6-Vorbehandlung völlig unterschiedlich aussehen.

    Die Vorbehandlung beeinflusst unter anderem:

    • die sichtbare Oberflächenstruktur,
    • den Glanzgrad,
    • die Gleichmäßigkeit der Oberfläche,
    • die Sichtbarkeit von Bearbeitungs- und Walzspuren,
    • die Wahrnehmung des späteren Farbtons.

    Deshalb sollte bei optisch anspruchsvollen Bauteilen Vorbehandlung und Farbton gemeinsam angegeben werden.

    Standardfarbtöne für eloxiertes Aluminium

    Für anodisierte Aluminiumoberflächen haben sich bestimmte Farbtöne etabliert.

    Der aktuelle VOA-Eloxal-Farbfächer enthält sechs besonders häufig verwendete Standardfarben: C-0 sowie C-31 bis C-35.

    Farbton Aktuelle VOA-Bezeichnung
    Farblos C-0
    Leichtbronze C-31
    Hellbronze C-32
    Mittelbronze C-33
    Dunkelbronze C-34
    Schwarz C-35

    Darüber hinaus können Eloxalbetriebe weitere Farbtöne anbieten. Dazu gehören beispielsweise:

    Farbton Kurzbezeichnung
    Hellgrau C-36
    Mittelgrau C-37
    Dunkelgrau C-38

    Der VOA weist ausdrücklich darauf hin, dass C-36, C-37 und C-38 ebenfalls von Unternehmen angeboten werden können, sie gehören jedoch nicht zu den sechs Farbtönen des aktuellen Standard-Farbfächers.

    Was bedeuten EV1 bis EV6?

    Besonders bei älteren Zeichnungen, Leistungsverzeichnissen und Ausschreibungen begegnen Ihnen häufig noch Bezeichnungen wie EV1, EV2 oder EV5.

    Diese Bezeichnungen stammen aus früheren Systemen und werden heute weiterhin umgangssprachlich verwendet. Für aktuelle Spezifikationen sollten jedoch die heutigen Bezeichnungen bevorzugt werden.

    Die früher gebräuchliche Zuordnung lautet:

    Farbton Aktuelle Bezeichnung Frühere EURAS-Bezeichnung Frühere EV-Bezeichnung
    Farblos C-0 C-0 EV1
    Leichtbronze C-31 C-31 EV2
    Hellbronze C-32 C-32 EV3
    Mittelbronze C-33 C-33 EV4
    Dunkelbronze C-34 C-34 EV5
    Schwarz C-35 C-35 EV6

    Der frühere EURAS-Farbfächer ist nicht mehr erhältlich. Der VOA weist deshalb darauf hin, dass die Bezeichnung „EURAS-Farbfächer“ heute nicht mehr verwendet werden sollte. An seine Stelle ist der VOA-Eloxal-Farbfächer getreten.

    Wenn Sie also beispielsweise in einer älteren Ausschreibung „EV1“ lesen, ist damit in der Regel eine farblos eloxierte Oberfläche gemeint. Bei neuen Bestellungen ist eine eindeutigere Angabe mit Vorbehandlung und aktuellem Farbton sinnvoll.

    Beispiel für eine eindeutige Oberflächenangabe

    Statt lediglich

    „Aluminium eloxiert, natur“

    anzugeben, ist eine Beschreibung wie

    „Aluminium, Vorbehandlung E6, eloxiert C-0 farblos“

    wesentlich eindeutiger.

    Für eine bronzefarbene Variante könnte die Angabe beispielsweise lauten:

    „Aluminium, Vorbehandlung E6, eloxiert C-33 mittelbronze“

    Damit sind sowohl die gewünschte Oberflächenstruktur als auch die Farbrichtung beschrieben.

    Warum ein Farbton trotzdem nicht immer exakt gleich aussieht

    Eloxierte Oberflächen sind keine lackierten RAL-Oberflächen.

    Der endgültige Farbeindruck wird unter anderem beeinflusst durch:

    • die Aluminiumlegierung,
    • die Oberflächenbeschaffenheit des Ausgangsmaterials,
    • die Vorbehandlung,
    • das eingesetzte Eloxal- und Färbeverfahren,
    • Material- und Verfahrenstoleranzen.

    Selbst Bauteile mit derselben Farbbezeichnung können deshalb geringfügig voneinander abweichen.

    Auch der VOA weist darauf hin, dass Eloxalfarbtöne abhängig vom Färbeprozess und von der Zusammensetzung des Grundmaterials variieren können. Ein Farbfächer dient deshalb zunächst der Orientierung. Bei hohen optischen Anforderungen sollten verbindliche Farb- und Grenzmuster mit dem ausführenden Betrieb vereinbart werden.

    Das ist besonders bei Fassaden, Fensterprofilen, Sichtteilen und größeren zusammenhängenden Flächen wichtig.

    Vorbehandlung und Farbton gehören zusammen

    Bei der Auswahl einer eloxierten Aluminiumoberfläche lohnt es sich, genauer hinzusehen. Kürzel wie E0 bis E8 beschreiben die Vorbehandlung und damit maßgeblich die Struktur und den Glanz der Oberfläche. C-0 bis C-35 stehen für die heute gebräuchlichen VOA-Standardfarbtöne von farblos über verschiedene Bronzetöne bis Schwarz.

    Ältere Bezeichnungen wie EV1 bis EV6 begegnen Ihnen zwar weiterhin in Zeichnungen und Ausschreibungen, sollten bei neuen Spezifikationen aber möglichst durch aktuelle, eindeutige Angaben ersetzt werden.

    Wenn das optische Ergebnis besonders wichtig ist, empfiehlt sich außerdem die Abstimmung anhand realer Muster. Denn bei eloxiertem Aluminium entsteht das Erscheinungsbild immer aus dem Zusammenspiel von Werkstoff, Vorbehandlung, Eloxalprozess und Farbgebung.

    Zuerst erschienen auf aluplattenzuschnitt.de.

    Inhalt

    1. Was bedeutet Eloxieren?
    2. Vorbehandlungen von E0 bis E8
    3. Warum die Vorbehandlung für die Optik so wichtig ist
    4. Standardfarbtöne für eloxiertes Aluminium
    5. Was bedeuten EV1 bis EV6?
    6. Beispiel für eine eindeutige Oberflächenangabe
    7. Warum ein Farbton trotzdem nicht immer exakt gleich aussieht
    8. Vorbehandlung und Farbton gehören zusammen
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